Besuch aus Venezuela: Mitglieder der Großkooperative CECOSESOLA sind zur Austauschwoche in Westen

Forum Zukunft

Vom 27.5. bis 4.6. besuchen zwei Mitglieder des venezolanischen Kooperativenverbunds CECOSESOLA aus Venezuela kooperative und selbstorganisierte Projekte in Westen und Stedorf. Am Donnerstag, den 28.5. um 19:30 Uhr gibt es dazu eine öffentliche Veranstaltung im Amtshaus Westen, veranstaltet von Forum Zukunft e.V.

Treffen zur Kostenkalkulation in der Landwirtschaft, Abbildung, Foto: Jacques Paysan, Lizenz: CC-BY-SA 2.0

Nach einem Film, der Cecosesola vorstellt, berichten Rafael und Wilmay von ihrer Arbeit bei CECOSESOLA. Es gibt die Gelegenheit für Fragen und Erfahrungsaustausch, ganz nach dem Motto des Austauschs kann sicherlich viel von der jeweils anderen Perspektive gelernt werden. Die Veranstaltung wird aus dem Spanischen verdolmetscht. Der Eintritt ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.

Zum Hintergrund: Der Austausch mit CECOSESOLA

Unter dem Motto „reflexionandonos en el espejo de otras experencias colectivas“ („Uns im Spiegel anderer kollektiver Erfahrungen reflektierend“) findet dieser Austausch schon seit vielen Jahren statt. Dieses Jahr besuchen Rafael Briceño, 54 Jahre und Wilmary Canelon, 47 Jahre, Projekte von Lübeck bis in den Schweizer Jura.

CECOSESOLA ist ein großes Netzwerk aus rund 85 selbstverwalteten Kooperativen und Gemeinschaftsorganisationen in der venezolanischen Region Barquisimeto. Gemeinsam organisieren sie unter anderem Lebensmittelversorgung, Landwirtschaft und Gesundheitsdienstleistungen. Allein die Wochenmärkte der Kooperative versorgen in der Region mehr als 100.000 Menschen mit Nahrungsmitteln. Über 1.000 Personen arbeiten bei CECOSESOLA, gemeinsam haben sie über Jahrzehnte die vielen ökonomischen und politischen Krisen des Landes erfolgreich überstanden. Und das mit ungewöhnlicher Arbeitsweise: keine Chefs, keine Hierarchien, keine festen Jobs und Entscheidungen nach dem Konsensprinzip. Zuständigkeiten werden rotiert, sodass die Mitglieder viele Arbeitsbereiche kennen. 2022 wurde CECOSESOLA für ihre Errungenschaften mit dem Right Livelihood Award, auch bekannt als „Alternativer Nobelpreis“, ausgezeichnet.

Bis Mitte August besuchen die beiden Gäste Kooperativen in Deutschland und der Schweiz. Zum ersten Mal ist auch Westen als Station mit dabei. Lena Jehle aus Westen ist Teil der Gesamtkoordination des Austauschs und berichtet: „Seit die Idee aufkam, die Gäste auch nach Westen einzuladen, bin ich ganz gespannt. Ich frage mich, wie die beiden wohl auf die Projekte und Betriebe hier vor Ort blicken? Von den entstehenden Fragen, Gemeinsamkeiten und Unterschieden können bestimmt alle viel lernen.“

Die beiden Gäste arbeiten im Bereich Landwirtschaft und möchten den Austauschaufenthalt auch nutzen, um sich über ökologischen Anbau fortzubilden. Die Woche hier wird also genutzt, um verschiedene Betriebe in Westen und Stedorf kennenzulernen, sich auszutauschen und zusammen anzupacken. Zudem geht es um kooperative, gemeinschaftsgetragene Strukturen und Projekte vor Ort: So ist auch der Besuch der Kulturkneipe, der offenen Werkstatt „Wehrke“ und der Wohngenossenschaft AllerWohnen geplant. Im Mittelpunkt des einwöchigen Aufenthalts in der Gemeinde Dörverden steht dabei der praktische Austausch: Wie können Menschen Versorgung, Arbeit, Kultur und Alltag solidarisch organisieren? Welche Erfahrungen machen selbstverwaltete Projekte in Venezuela – und welche Antworten entwickeln Initiativen hier vor Ort?

Am Donnerstag, den 28.5. um 19:30 Uhr gibt es dazu eine öffentliche Veranstaltung im Amtshaus Westen, veranstaltet von Forum Zukunft e.V.

Nach einem Film, der Cecosesola vorstellt, berichten Rafael und Wilmay von ihrer Arbeit bei CECOSESOLA. Es gibt die Gelegenheit für Fragen und Erfahrungsaustausch, ganz nach dem Motto des Austauschs kann sicherlich viel von der jeweils anderen Perspektive gelernt werden. Die Veranstaltung wird aus dem Spanischen verdolmetscht. Der Eintritt ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.